Das Bauprojekt „Poller Damm“ – die Hardfacts

  • Sechs Gebäude mit Wohnraum für 160 Personen
  • Das Projekt wird von einer jungen Bewohnenden-Genossenschaft getragen

  • In der Eva-Zobel Straße in Köln Poll

  • Townhouses, Cluster-Wohnungen, Wohngemeinschaften, klassische Wohnungen, Gemeinschaftsräume und Außenbereiche

Am Poller Damm soll bezahlbarer Wohnraum für rund 160 Menschen entstehen – im Bauplan als sechs Baukörper vorgesehen. Wir wollen durch einen diversen Wohnungsmix Raum für unterschiedliche Lebensverhältnisse und Bedürfnisse bieten. Gemeinschaftsräume und Gärten sollen ein Miteinander ermöglichen, das über den Privatraum hinausgeht. So wollen wir der zunehmenden Vereinzelung im städtischen Raum durch gezielte soziale Architektur etwas entgegensetzen.

Weitere Details:

  • Wohnungsgrößen ca zwischen 42m² und 310m²

  • Gemeinschaftsflächen Innen ca 150m²

Privatraum

Gemeinschaftsräume

In den insgesamt sechs Häusern an der Eva-Zobel-Straße sollen, gleichmäßig verteilt auf alle Häuser, verschiedene Grundrisstypologien untergebracht werden. Zu den Wohnungen gehört je ein eigener Freibereich als Balkon oder Terrasse, um auch Bedürfnissen nach Rückzug und Privatsphäre Raum zu geben.

Wir wollen Bedürfnisse, die sich im Laufe der Zeit verändern, z.B. durch Kinder oder einziehende Partner*innen oder andere Bezugspersonen oder Familienmitglieder, mitdenken und daher flexible Wohnmöglichkeiten schaffen. Damit kein unnötiger Leerstand entsteht und die flexible Lebensgestaltung der Parteien möglich bleibt, arbeiten wir an einem Wohnungstauschkonzept innerhalb der Genossenschaft. Ein Wohnungswechsel soll ermöglicht werden, sodass idealerweise niemand ausziehen muss, sollte eine größere oder kleinere Wohnung gebraucht werden.

Die Privatwohnungen werden ergänzt durch gemeinsame Aufenthalts- und Nutzungsbereiche, in denen wir aktiv soziales Miteinander gestalten. Der zentrale Gemeinschaftsraum ist als flexibel nutzbarer Saal gedacht und soll daher barrierefrei für alle zugänglich sein. Hier können z.B. Versammlungen, Workshops, Bewegungsangebote, Feiern oder kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte oder Filmabende stattfinden.

Auch die geplanten Übergänge zwischen den Häusern zählen wir zur Gemeinschaftsfläche Sie sollen keine reine Verkehrsfläche darstellen, sondern mit Platz für kleine Hochbeete sowie Tischen und Stühlen zu kollektiven Balkonen und Begegnungsräumen werden.

Außenbereich

Flächensparendes und bedarfsgerechtes Bauen (Suffizienz)

Das Herzstück der Gemeinschaftsfläche am Poller Damm ist die großzügige Außenanlage. Sie verbindet die einzelnen Häuser miteinander und führt ihre Bewohner*innen immer wieder zusammen. Der Garten soll in Zusammenarbeit mit einem Garten- und Landschaftsbaubetrieb naturnah geplant und angelegt werden, wobei die diversen Bedürfnisse, die sich aus dem Mehrgenerationenwohnen verschiedener Menschen ergeben, Berücksichtigung finden. Die Freiflächen schaffen Raum für Begegnung, Bewegung und gemeinsames Gärtnern; aus der gemeinschaftlichen Nutzung ergibt sich außerdem eine höhere Suffizienz, die bei geringerem Flächen- und Ressourcenverbrauch mehr Möglichkeiten für alle bietet.

Die Gestaltung der Außenbereiche zeigt, dass hier eine Wohngemeinschaft lebt: Wir streben einen gemeinsamen Grill- und Feuerplatz, Ruhezonen mit Sitzgelegenheiten und Tischen, Nutzgärten für Gemüse und Kräuter sowie Freizeitgärten an und schaffen damit Orte für Begegnung und Miteinander.

Wir streben eine Holzbauweise an und haben uns damit für besonders flächensparendes Bauen entschieden – die dünneren Wände schenken uns wertvolle Quadratmeter im Innenbereich. Die Wohneinheiten werden so angeordnet, dass Installationen (z.B. Bäder) übereinanderliegen und somit Ressourcen sowie Planungsaufwand gespart werden.

Durch ein ausgereiftes Mobilitätskonzept, in dessen Zentrum die Reduktion des motorisierten Individualverkehrs steht, benötigen wir weniger Stellplätze und können mehr Freifläche gärtnerisch und gemeinschaftlich gestalten.

Ökologische und energetische Kriterien

Unser Wohnprojekt erstrebt ökologisches Bauen und eine ressourcenschonende Materialwahl. Unser Ziel ist, ein Zuhause zu schaffen, das den Bewohner*innen nicht nur hohen Wohnkomfort bietet, sondern auch lang- fristig ökologisch nachhaltig ist. Dabei legen wir besonderen Wert auf einen verantwortungsvollen Umgang mit endlichen Ressourcen, Barrierefreiheit und bedarfsgerechte Wohnverhältnisse.

Die sechs Gebäude sollen in Holzrahmenbauweise errichtet werden, eine ressourcenschonende Bauweise, die durch Flexibilität und kurze Bauzeiten überzeugt. Holz als Hauptkonstruktionsmaterial ist ein nachwachsender, CO2-speichernder Rohstoff und schafft eine warme, natürliche Wohnatmosphäre. Auch das Architekturbüro baut verfügt über entsprechende Erfahrung und Expertise mit Blick auf Holzbau für Großprojekte.

Das Gebäude wird nach dem KfW Effizienzhaus 40 EE Standard geplant. Gemäß diesem Standard darf der Energiebedarf des Hauses nur etwa 40 % eines vergleichbaren Neubaus betragen und der überwiegende Teil der benötigten Energie soll idealerweise aus erneuerbaren Quellen stammen.

Wir planen mit:

  • Photovoltaikanlagen

  • Wärmepumpen

  • Laubbäume an der Südseite für natürliche Verschattung

  • Fassadenbegrünung (sofern zugelassen)

Das Projekt vereint innovative Technik, verantwortungsvolle Materialwahl und durchdachte Freiraumgestaltung. Es verkörpert die Prinzipien des nachhaltigen Bauens ebenso wie das gemeinschaftliche Leben und Zusammenhalten der Bewohner*innen – ökologisch, sozial und zukunftsfähig.

Finanzierung

Unser Finanzierungskonzept der Investitionskosten (wie Planung, Bau, u.a.) und der laufenden Kosten (wie Erbbauzins, Tilgung, Zinsen u.a.) folgt solidarischen Prinzipien:

  • dauerhaft bezahlbare Mieten;

  • Mischung aus gefördertem und preisgedämpften (zusammen mindestens 50%) und

  • freifinanziertem Wohnraum;

  • solidarische Miet- und Anteilsmodelle, insbesondere unter Berücksichtigung von WBS-

  • Strukturen;

  • solidarische Finanzierungsinstrumente (z.B. Bieter*innenrunden mit Sliding-Scales zur Selbsteinschätzung)

Für die Zeit nach der Tilgung der Kredite sollen sollen die klaren solidarischen Grundsätze

weiterhin gelten, ein genaues Konzept dazu wird aber erst noch ausgearbeitet. Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen sollen Teil des Projekts sein können.