Warum du uns unterstützen solltest: Die ganze Geschichte
Worum es uns geht
Wie wir wohnen, prägt unser Leben. Wohnen bedeutet Sicherheit und Rückzug, aber auch Nachbarschaft, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.
Gleichzeitig wird bezahlbarer Wohnraum in Köln immer knapper. Steigende Mieten führen zu Verdrängung und viele bestehende Wohnformen passen nicht zu den unterschiedlichen Lebensrealitäten einer vielfältigen Stadtgesellschaft.
Am Poller Damm wollen wir zeigen, dass Wohnen auch anders gehen kann.
Wir schaffen ein genossenschaftliches Zuhause für rund 150 Menschen: dauerhaft bezahlbar, gemeinschaftlich, vielfältig und ökologisch.

1. Wohnen ist ein Grundbedürfnis
Ein Zuhause ist mehr als ein Dach über dem Kopf. Wohnen bedeutet Sicherheit, Rückzug und Verlässlichkeit. Gleichzeitig entscheidet der Ort, an dem wir leben, darüber, welche Möglichkeiten
wir haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und Teil einer Nachbarschaft zu sein.
Sicherer und bezahlbarer Wohnraum sollte deshalb nicht allein davon abhängen, wie viel jemand
verdient oder welches Vermögen jemand mitbringt.
Bezahlbarer und sicherer Wohnraum ist eine gesellschaftliche Aufgabe.
2. Wohnraum ist keine Ware wie jede andere
Am Poller Damm entstehen keine Wohnungen als private Anlageobjekte. Das Projekt wird genossenschaftlich organisiert. Der Wohnraum soll langfristig gemeinschaftlichem Wohnen zur Verfügung stehen und bezahlbar bleiben.
Wir wollen Wohnraum schaffen, mit dem nicht einzelne Menschen möglichst viel Gewinn erzielen, sondern der langfristig dem Gemeinwohl dient. Dazu gehört auch eine Mischung aus gefördertem, preisgedämpftem und frei finanziertem Wohnraum.
Gemeinschaftliches Eigentum statt Spekulation. Wohnraum soll langfristig den Menschen dienen, die darin leben.
3. Gemeinschaft statt Vereinzelung
Wir wollen nicht einfach viele Wohnungen nebeneinander bauen, sondern einen Ort schaffen, an dem Menschen miteinander leben können, ohne dabei ihre Privatheit aufzugeben.
Wo Einsamkeit und soziale Isolation zu einer wachsenden gesellschaftlichen Herausforderung werden, brauchen wir Orte, die Gemeinschaft ermöglichen. Das Wohnprojekt am Poller Damm versteht sich als ein solcher Ort: als ein Zuhause, in dem alltägliche Begegnungen, gegenseitige Unterstützung und gemeinschaftliches Leben für die Bewohnende und die Nachbarschaft erlebbar sind.
Neben den eigenen Wohnungen gibt es deshalb gemeinschaftlich genutzte Räume und Flächen. Sie schaffen Möglichkeiten für Begegnung, gemeinsame Aktivitäten, Austausch und gegenseitige Unterstützung.
Gemeinschaft entsteht aber nicht automatisch dadurch, dass Menschen im selben Haus wohnen. Sie braucht Räume und Strukturen, in denen Begegnung überhaupt möglich wird.
Gleichzeitig bedeutet gemeinschaftliches Wohnen für uns nicht, dass alle immer gleich viel Gemeinschaft wollen oder gleich viel leisten können. Menschen haben unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten, Fähigkeiten und Belastungen, die sich im Laufe des Lebens verändern können. Auch dafür soll in unserer Gemeinschaft Platz sein.
Wir wollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass aus Nachbar*innen Gemeinschaft entstehen kann, ohne dass Privatheit und individuelle Bedürfnisse verloren gehen.
4. Vielfalt braucht Strukturen
Am Poller Damm sollen Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten ein Zuhause finden können.
Dabei reicht es nicht, einfach zu sagen, dass alle willkommen sind. Wenn eine vielfältige Gemeinschaft entstehen soll, müssen auch die Bedingungen dafür geschaffen werden.
Unser besonderer Fokus liegt unter anderem auf queerem Leben im Alter, Menschen mit Behinderung, Alleinerziehenden, geflüchteten Menschen sowie Menschen, die von Rassismus oder Klassismus betroffen sind. Dazu gehören für uns selbstverständlich auch Kinder, unterschiedliche Generationen, Pflegebedarfe, Wahlfamilien und wechselnde Bezugspersonen.
Diese Vielfalt wollen wir bereits bei der Planung mitdenken. Dazu gehören unterschiedliche Wohnungsgrößen und Wohnformen, geförderter Wohnraum, barrierearmes Bauen, solidarische
Finanzierungsmöglichkeiten und ein diskriminierungssensibler Umgang miteinander.
Vielfalt entsteht nicht von allein. Wir wollen Strukturen schaffen, die unterschiedliche Menschen und Lebensrealitäten tatsächlich mitdenken.
5. Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Gemeinschaftliches Wohnen bedeutet für uns auch, Entscheidungen gemeinsam zu treffen und Verantwortung für das Projekt und das Zusammenleben zu übernehmen.
Wir organisieren uns selbst, arbeiten in verschiedenen Arbeitskreisen und treffen Entscheidungen soziokratisch. Dabei wollen wir nicht nur möglichst viele Menschen beteiligen, sondern auch darauf achten, wie Verantwortung, Wissen und Einfluss innerhalb der Gruppe verteilt sind.
Dazu gehören für uns eine machtkritische Arbeitsweise, transparenter Wissenstransfer und die Rotation von Verantwortlichkeiten.
Gleichzeitig wissen wir, dass gemeinschaftliches Arbeiten nicht immer konfliktfrei funktioniert. Fehler und Konflikte gehören dazu. Wichtig ist für uns deshalb, Strukturen zu schaffen, in denen Konflikte angesprochen, bearbeitet und gemeinsam Lösungen gefunden werden können.
Unser Arbeitsprinzip lautet: good enough for now, safe enough to try. Nicht alles muss von Anfang an perfekt sein. Strukturen dürfen ausprobiert, überprüft und verändert werden.
Wir wohnen nicht nur gemeinsam, sondern übernehmen auch gemeinsam Verantwortung dafür, wie unser Zusammenleben funktioniert.
6. Sozial und ökologisch zusammendenken
Die Frage, wie wir zukünftig wohnen wollen, ist nicht nur eine soziale, sondern auch eine ökologische Frage.
Wir wollen deshalb möglichst verantwortungsvoll mit Fläche, Energie und Ressourcen umgehen. Dazu gehören eine ressourceneffiziente Bauweise, eine klimafreundliche Energieversorgung, Begrünung, gemeinschaftliche Nutzung und ein Mobilitätskonzept, das Fahrrad, ÖPNV und Sharing mitdenkt.
Ein wichtiger Gedanke ist dabei Suffizienz: Nicht alles, was Menschen brauchen, muss in jedem Haushalt einzeln vorhanden sein. Räume, Dinge und Mobilitätsangebote können geteilt werden. Gleichzeitig kann gemeinschaftliche Infrastruktur dazu beitragen, dass private Wohnflächen kleiner und bedarfsgerechter geplant werden können.
Dabei wissen wir auch, dass ökologische Ansprüche, Bezahlbarkeit und individuelle Wohnbedürfnisse nicht immer widerspruchsfrei zusammenpassen. Wir wollen eine gute Balance zwischen diesen Anforderungen finden.
Nachhaltigkeit gehört für uns zu der Frage dazu, wie gutes und bezahlbares Wohnen langfristig funktionieren kann.
7. Teil des Veedels
Poller Damm soll kein in sich abgeschlossenes Wohnprojekt werden.
Wir bauen in Poll und wollen Teil von Poll sein.
Gemeinschaftsräume, Freiflächen und Angebote sollen deshalb auch Begegnung mit Menschen aus der Nachbarschaft ermöglichen. Wir möchten Kooperationen eingehen und Angebote entwickeln, die sich nicht nur an unseren eigenen Interessen, sondern auch an den Bedarfen des Quartiers orientieren.
Dabei kommen wir in eine bereits bestehende Nachbarschaft. Uns ist wichtig, nicht nur zu fragen, was wir in das Veedel bringen können, sondern auch zuzuhören, was bereits da ist und was vor Ort gebraucht wird.
Unsere Gemeinschaft soll nicht an der Grundstücksgrenze aufhören.
8. Ein Zuhause, das sich mit dem Leben verändern kann
Menschen und ihre Bedürfnisse verändern sich. Kinder werden größer und ziehen irgendwann aus, Familien entstehen oder verändern sich, Menschen werden älter oder benötigen mehr Unterstützung.
Wohnungen passen dagegen häufig nur zu einer bestimmten Lebensphase.
Am Poller Damm wollen wir Wohnformen und Strukturen schaffen, die Veränderungen mitdenken. Unterschiedliche Wohnformen, flexible Nutzungsmöglichkeiten, wandelbare Gemeinschaftsflächen und Möglichkeiten zum Wohnungstausch innerhalb des Projekts sollen dazu beitragen, dass Menschen auch dann Teil ihrer Gemeinschaft bleiben können, wenn sich ihr Leben verändert.
Das hilft gleichzeitig dabei, Wohnraum bedarfsgerecht zu nutzen. Wer beispielsweise nach dem Auszug der Kinder weniger Platz benötigt, soll die Möglichkeit haben, sich innerhalb des Projekts zu verkleinern, ohne dafür die vertraute Nachbarschaft verlassen zu müssen.
Menschen sollen nicht aus ihrer Gemeinschaft herauswachsen müssen, nur weil sich ihr Leben verändert.
